Bei den Bikers’Classics geht es um Männer, Maschinen und McGuinness

Bei der Auflage 2016 der Bikers'Classics ging es mehr als je zuvor um Männer und Maschinen.

Auch die Prominenz war anwesend: Wie jedes Jahr statteten Giacomo Agostini und Christian Sarron den Bikers'Classics einen Besuch ab. Währenddessen wurde den Fans auf der Rennstrecke von Spa-Francorchamps ein neuer und einmaliger MotoGP-Sound geboten. Gleich bei seinem ersten Besuch an den Bikers'Classics konnte sich John McGuinness als Publikumsliebling behaupten.

Dieses Jahr, noch mehr als bei den vorherigen Auflagen, sorgten die Bikers'Classics für ein unüberhörbares Sound-Ereignis. Drei rasende Ducati Desmosedici – zuvor von Loris Capirossi, Troy Bayliss und Casey Stoner gefahren – zwei Werks-Kawasaki und eine ehemalige Scott Redding Honda RCV1000R läuteten für die Bikers'Classics eine neue Ära ein. Dank der Zusammenarbeit mit der Amicale Spirit of Speed konnte das Publikum MotoGP-Maschinen bewundern, die man bis heute in Francorchamps noch nie gesehen oder gehört hatte. Ob nun in der Boxengasse oder von den Tribünen aus, ob Zweitaktmotoren oder Viertaktmotoren: Sie wurden mit viel Freude und strahlenden Gesichtern empfangen. Am Sonntag stieg die GP Parade bei sonnigen Temperaturen. Dabei wurde abermals die Popularität des fünfzehnfachen Weltmeisters Giacomo Agostini deutlich. 'Ago' lenkte seine Yamaha TZ700 aus dem Jahre 1974 in die Boxengasse und vollzog ganz unerwartet einen Motorradwechsel mit Christian Sarron. Auf dessen erkennbaren blauen ZR500 aus dem Jahre 1988 fuhr er anschließend wieder auf die Rennstrecke und schloss sich – gemeinsam mit Sarron – wieder Didier de Radigues (auf einer Honda RS500) und den vielen anderen Fahrern an.

Neue Gesichter

Vierzig Jahre nach seinem ersten Besuch kehrte John McGuinness, die Legende von der Isle of Man, zurück nach Francorchamps. „1976 nahm mich mein Vater, der selber Rennen fuhr, zum Belgischen Grand Prix mit“, erzählte der Morecambe Missile. „Obwohl ich gerade mal 4 Jahre alt war, wusste ich, dass ich eines Tages mal zurückkehren würde. Und nun bin ich hier. Das ist wirklich eine sensationelle Rennstrecke vom alten Schlag.“

McGuinness wurde während der Gesprächsrunde überschwänglich gefeiert und nahm nicht nur an den '4 Hours of Spa Classic' teil, die am Samstagabend ausgetragen wurden, sondern fuhr auch am Sonntag mit seiner eigenen Honda TSR250. Indessen gingen für seinen Landsmann Bradley Smith zwei Wünsche in Erfüllung: „Ich wollte schon immer wissen, wie sich eine 500 cc-Zweitaktmotor nun eigentlich fährt und ich wollte unbedingt einmal das Gefühl kennen, wie es ist, wenn man auf der Rennstrecke von Francorchamps fährt”, lachte der 25-jährige Grand Prix-Fahrer, der von Guy Coulon, seinem Crew-Chef vom Tech3 Yamaha, begleitet wurde. „Jetzt habe ich beides getan. Die Strecke ist der Wahnsinn. Und einen derart leichten, starken Zweitaktmotor zu fahren, ist etwas Unbeschreibliches.“

Smith fuhr mit einer 1993 ROC Yamaha, die davor von Laurent Naveau gefahren wurde.

Unerwartete Invasion der Dreiräder

Nach zweijähriger Abwesenheit gaben die Motorradgespanne in Francorchamps ein erfolgreiches Comeback. Der ehemalige Fahrer Ralph Bohnhorst zeigte sich sichtbar erfreut über die rege Beteiligung: „Das war mit Sicherheit das beste Teilnehmerfeld, das wir jemals bei den Bikers'Classics gesehen haben“, so ein strahlender Bohnhorst. Unter den rund 40 Teilnehmern befanden sich unter anderem Rolf Steinhausen mit seiner Busch König, Werner Schwärzel und seine König 500 und der regierende Weltmeister Benny Streuer mit seiner LCR Suzuki. Larry Coleman, mehrfacher amerikanischer Meister und Geschwindigkeitsrekordinhaber, genoss in vollen Zügen seine erste Teilnahme an den Bikers'Classics. „Was für eine super Truppe hier in dem Sidecar-Zelt und Francorchamps ist einfach eine unglaubliche Rennstrecke“, so Coleman. „Ich habe es hier richtig gut!“

Ein Blick in die Zukunft

Wie üblich ging es bei den Bikers'Classics um mehr als den direkten Kontakt zu Menschen und Maschine, die GP Paraden oder die '4 Hours of Spa Classic', die Henk van der Mark und Dirk Brand aus den Niederlanden als Sieger hervorbrachten. Über 500 Fahrer drehten auf der Rennstrecke ihre Runden. Beide Paddocks waren außerdem sehr gut besucht. Die Verkaufsstände zogen die Besucher an, die auch die sehr beliebte Autogrammstunde im Lifestyle Village beiwohnten. Sie konnten ebenfalls die neusten Yamaha und Harley-Davidson-Modelle bewundern. Darüber hinaus stellten Fred Krugger, KD Motorcycles, Kruz Company und Zadig ihre eigenen Kreationen aus. „Ich kann durchaus behaupten, dass ich mit dem Verlauf der Bikers'Classics zufrieden bin”, so der Veranstalter Florian Jupsin. „Ich möchte mich bei den Teilnehmern, aber auch bei all unseren teuren Besuchern bedanken. Es hat mich gefreut, junge Gesichter im Paddock zu sehen. Das haben wir uns davon erhofft und es ist für uns ein Beweis, dass wir zukunftsorientiert arbeiten. Es ist ein Ansporn, im kommenden Jahr anlässlich der 15. Auflage der Bikers'Classics noch etwas Besseres auf die Beine zu stellen.“