Bei den Side-Cars ein Star: der BMW RS 54

Gibt es etwas Besseres als Sidecars auf der Rennstrecke von Spa-Francorchamps? Hier sind wirklich alle Zutaten vorhanden, damit die Piloten, ihre Beifahrer und ihr komisches „Boot“ zu ihrer Hochform auflaufen und ihre spektakuläre und doch so wenig bekannte Disziplin dem Publikum näherbringen.

Siedecars sind regelmäßige Gäste der Bikers’Classics. Die Zuschauer lieben diese Paraden – und die Piloten lieben die Zuschauer. Wir erinnern uns zum Beispiele an das Jahr 2014: Bei dieser Auflage war das berühmte Zweigespann Biland – Waltisperg am Start. „Die Rennstrecke verspricht immer viel Vergnügen während der Fahrt“, so Rofl Biland (63), sechsfacher Weltmeister. „Meine Zusammenarbeit mit Kurt verlief wie in früheren Zeiten, d.h. reibungslos. Wir sind zwar keine jungen Hüpfer mehr, aber, würden wir uns ein wenig unter Druck setzen, dann bin ich mir sicher, dass wir sehr schnell zur alten Stärke zurückfinden würden!“ Die beiden Freunde werden dieses Jahr nicht in Spa anwesend sein. Ob sie an ihre einstigen Erfolge anknüpfen könnten, ist demnach schwierig zu beurteilen. Eines ist jedoch sicher: Die Talente von heute sind (fast) genau so schnell, wie zu ihrer Zeit. Sie werden es am 1., 2. und 3.  Juli zweifelsohne wieder beweisen wollen.

Gleiches gilt für die Motorräder. Bei dieser 14. Auflage haben die Organisatoren die mythischen BMW RS 54 in den Vordergrund gebracht. Ein Duzend RS 54 werden die Rennstrecke befahren, unter anderem das Motorradgespann von Max Deubel (1964), eine Replika der Maschine von Enders (1976) und das Motorradgespann von Siegfried Schauzu (1975) in Originalverfassung. Diese Namen sind eher den Kennern ein Begriff, aber es handelt sich um unumstrittene Stars dieser Kategorie. Die RS 54 war Mitte der 50. Jahre die Referenz schlechthin und ist bis heute, dank ihrer 19 gewonnenen Titeln zwischen 1954 und 1974 (davon 14 nacheinander!) das Motorrad mit den meisten Weltmeistertiteln der Motorradsportgeschichte. Die Konkurrenz war jedoch nicht ohne. Sie wird ebenfalls in Spa anwesend sein: die URS von Helmut Fath (1966) und die König, mit der Werner Schwärzel et Rolf Steinhausen Weltmeister geworden sind. Und dann wären auch noch die legendären Norton und BSA… Außerdem am Start: die jüngsten Motorräder, wie die Yamaha LCR ex-Michel (1983), die Ireson Yamaha von Derek Jones (1977), die LCR der Familie Streueur (1991 et 2016), die Windle TZ 350 und 700 der Familie Noble…

Neben den Maschinen werden auch viele Weltmeister vertreten sein: Rolf Steinhausen (1975-76), Egbert Streuer (Weltmeister 1984-1986) und sein Sohn Bennie (der amtierende Weltmeister), Max Deubel (vierfacher Weltmeister 1961-1964), Larry Coleman (dreifacher AMA-Meister), Derek Jones, Steve Abott oder auch Ralph Bonhorst, Weltmeister im Jahre 1989. Einige haben zwar noch nicht ganz zugesagt, aber es steht außer Frage, dass sie alle bei der größten europäischen Veranstaltung für klassische Motorräder anwesend sein wollen. Mitten in den Paddocks wird ihnen ein Zelt gewidmet sein, wo alle Fans ihre Motorräder bewundern und sich mit den Fahrern unterhalten können. Vollständiges Programm auf der Webseite www.bikersclassics.be.