Wahre Blickfänger – Wayne Gardner und Phil Read

 

Wayne Gardner hat 2013 zum ersten Mal an den Bikers’Classics teilgenommen. In dem Jahr feierte er den 25. Geburtstag seines Sieges auf der Rennstrecke von Spa-Francorchamps. Das war 1988. Damals fuhr er mit dreißig Sekunden Vorsprung auf Eddie Lawson ins Ziel ein. Der legendäre Pilot aus Australien wird dieses Jahr ebenfalls an den Ort heimkehren, wo ihm vor 30 Jahren der Weltmeistertitel gelang – 1987 mit der Honda NSR 500, gesponsert von Rothmans und hergestellt von Jeremy Burgess.

 

Den Ruhm verdankt Wayne Gardner seinem ungezügelten Fahrstil und seinen verbissenen Attacken, die vielen seiner Gegner Angst einjagten. Sein Fahrverhalten war derart riskant, dass die Veranstalter ihn sogar für kurze Zeit sperrten. Sein Fahrstil verhalf ihm zum Spitznamen Wollongong Wild One – die australische Ortschaft, in der er am 11. Oktober 1959 das Tageslicht erblickte.

 

Sein Grand Prix-Debüt feierte er 1983. Schon im darauffolgenden Jahr brachten seine Kämpfernatur und sein unbändiger Siegeswille ihn in den Kreis der Anwärter auf die Weltmeister-Krone in der Kategorie Grand Prix 500. Drei Jahre später war es soweit – und wie! In der Saison 1987 gewinnt Gardner 7 von 15 Grands Prix! Dreißig Jahre später ist er zu Gast bei den Bikers’Classics…

 

Für uns ist es immer eine Ehre, einen Weltmeister wie Wayne Gardner willkommen zu heißen“, erklärt Florian Jupsin von DG Sport. „Seine Anwesenheit wird unsere zahlreichen Zuschauer erfreuen. Das trifft natürlich auch auf die anderen Weltmeister zu, die unserer Einladung gefolgt sind.“

 

Und dann wäre auch noch Phil Read! Zwar war er schon einmal zu Gast bei den Bikers’Classics, aber seine Anwesenheit bleibt nach wie vor ein Ereignis. 2009 ist er mit seinem Wohnmobil angereist und den Automobil-Campus in Francorchamps besucht. Die Arbeit der Hospitanten hat ihm sichtlich imponiert.

 

Phil Read gilt nach wie vor als einer der besten Piloten aller Zeiten und bleibt eine symbolträchtige Figur des Motorradsports. Der Motorweltverband FIM hat ihn 2002 zur Grand Prix Legend ernannt. 1982 hat er im Alter von 43 Jahren an sein letztes Rennen teilgenommen, die Tourist Trophy. Davor war er gut für 7 Weltmeistertitel (einer in der 125cc-Klasse, vier in der 250cc-Klasse und zwei in der 500cc-Klasse). Er hat unter anderem dem Hersteller Yamaha seinen ersten Weltmeistertitel beschert (250cc-Klasse, 1964) und insgesamt 52 Grand Prix gewonnen. Alleine der Name seines größten Kontrahenten genügt, um sein wahres Talent zu erfassen: Giacomo Agostini. 1975 haben beide die Saison punktgleich beendet…

 

In Spa kehrt der Prinz der Geschwindigkeit auf die Rennstrecke zurück, auf der sein Talent oftmals zur Geltung kam. 1975 zum Beispiel, als er in der Hauptklasse das Rennen mit mehr als einer Minute auf den Zweiten (J. Newbold) und knapp zwei Minuten auf den Dritten (Jack Findlay) beendete – mit einer MV Agusta bei einer Durchschnittgeschwindigkeit von 214 km/h. Phil Read wird während der Parade bestimmt mit Emotionen zu kämpfen haben…